Die „Hochschule“ in Lingshed

Lernen auf 4.000 Metern: Die „Hochschule“ in Lingshed.

Unterricht fand in dem ladakhischen Bergdorf früher nur sporadisch statt. Über Hirtenmädchen, die zu Lehrerinnen wurden, und Erwachsene, die Englisch und Rechnen lernen.

Es ist zehn Uhr, der Schultag beginnt. 120 Kinder mit blitzblauen Kappen und Blusen sowie dunklen Hosen singen die indische Hymne, das gehört zum Morgenritual. Hinterher beten sie zu Manjushri, dem buddhistischen Bodhisattwa für Weisheit, und dann hält Lehrerin Thinlas Lhamo einen kleinen Morning Talk. Auch Morgensport steht auf dem Stundenplan, erst danach geht es in die Klassen. Um ein Uhr werden die Kinder mittagessen, das obligatorische Tsampa – geröstete Gerste –, Erbsen, Fladenbrot. Am Nachmittag geht es weiter mit Singen und Spielen: Die Schule in Lingshed, die mittlerweile die Regierung übernommen hat, ist eine echte Ganztagsschule.

 

„Morningtalk“ in der neuen Schule von Lingshed auf 4000m Seehöhe.
Die Schule hat mittlerweile über 120 Schüler – die meisten davon im Internat.

 

Wenn die Kinder in ihre Schuluniformen schlüpfen, fängt für sie eine besondere Zeit an – eine andere als zu Hause. Dort ist Arbeiten angesagt: Schafe hüten, Holz tragen. Den Dung von Yaks und Ziegen sammeln, der kostbares Brennmaterial für die bitterkalten Wintermonate ist. Die Eltern vieler Kinder können selbst nicht lesen und schreiben. Genau so war es auch bei Thinlas Lhamo, dem einstigen Hirtenmädchen, das heute begeisterte Lehrerin ist.

Als der Architekturstudent Christian Hlade im Jahr 1991 erstmals in das damals extrem abgelegene ladakhische Lingshed kam, war es Liebe auf den ersten Blick. Er beschloss, die Planung einer Solarschule für das auf 4.000 Metern gelegene Bergdorf zu seiner Diplomarbeit zu machen. Es gab damals nur ein zusammengebrochenes Schulgebäude, in dem Ziegen herumkletterten. Ab 1993 organisierte er einen Schulbetrieb in einem verlassenen Wohnhaus, ab 1997 zusammen mit dem von ihm initierten Verein „Friends of Lingshed“. Etliche Jahre und überwundene Widerstände später, 1999/2000, konnte er die Schule mit Hilfe von selbst gesammelten Spendengeldern bauen. Hlade: „Das war auch der Auslöser, meine Anstellung als Architekt aufzugeben, und zugleich der Startschuss von Weltweitwandern.“

 

Die Solarschule von Lingshed bei der Einweihung im Herbst 2000.

Einige Jahre später übergab Christian Hlade dann die Agenden des Vereines „Friends of Ligshed“ einem engagierten Team in Österreich (www.lingshed.org), um sich ganz dem Aufbau seiner Firma Weltweitwandern – und auch seiner rasch wachsenden Familie – widmen zu können.

2013, erstmals seit der Fertigstellung der Schule, kehrte Christian nun nach Lingshed zurück – und staunte, was sich seither alles getan hat:

Erforderte die Reise von der ladakhischen Hauptstadt Leh nach Lingshed früher fünf Tage Fußmarsch, so ist seit einigen Jahren eine Straße in Bau – „jetzt wandert man nach der Fahrt ´nur´ noch vier Stunden“, schmunzelt Hlade. Bei seiner Ankunft im Oktober 2013 empfängt ihn ein Begrüßungskomitee aus SchülerInnen, LehrerInnen und Dorfleuten. Er wird in „seiner“ Solarschule untergebracht, wo alles frisch gestrichen und wohnlich ist – „und sehr warm“: Die Beheizung durch die Sonne funktioniert also bestens. Inzwischen ist ein ganzes Bildungszentrum aus dem Projekt erwachsen, die indische Regierung hat sehr viel Geld in die Schule und ein angeschlossenes Internat gesteckt. Statt seinerzeit zwanzig lernen hier nun 120 Kinder, und statt früher vier Schulstufen können sie heute acht durchlaufen. Stolz präsentieren die Lehrer eine Auszeichnung, die an der Wand hängt: als beste Schule des Bezirks.

 

Rückkehr nach 13 Jahren: Christian Hlade im Herbst 2013 mit den Schulkindern vor der Solarschule in Lingshed.

Beeindruckt ist Hlade von der „geballten Frauenpower“ in der Schule: „Die meisten Lehrkräfte sind weiblich. Und: Fast alle haben wir durch unser Schulprojekt unterstützt und sie haben ihre Grundausbildung in unserer Schule absolbiert.“ So wie Thinlas Lhamo, die seinerzeit um die Teilnahme am Unterricht kämpfen musste: Die Familie hatte sechs Kinder und jede Menge Arbeit. Der Unterricht fand unregelmäßig statt, unter einem Verschlag, im Winter war drei, vier Monate lang Pause. Lhamo schaffte es an eine weiterführende Schule in der Stadt. Damals hörte sie erstmals von den „Friends of Lingshed“, den ÖsterreicherInnen, die in ihrem Heimatdorf eine Schule aufsperren wollten. Von da an hatte sie eine neue Perspektive: Sie konnte nun sowohl in ihr Heimatdorf zurück als auch ihren Traumberuf, Lehrerin, ausüben. „Die Befürchtung, die Kinder würden nach einer von uns finanzierten guten Ausbildung nie mehr zurückkehren, hat sich also nicht bewahrheitet“, sagt Hlade. Ganz im Gegenteil: Die Schule wirkt Abwanderungstendenzen sogar entgegen.

 

„You know Christian: We have here an education-revolution“ – das war für Christian Hlade der schönste Satz und die tollste Bestätigung für die bisherige Arbeit der „Friends of Lingshed“!

Seit vielen Jahren betreibt nun die indische Regierung die ganze Schule. Der Verein „Friends of Lingshed“ aus Österreich finanziert aber weiterhin eigens geschriebene Lehrbücher und Patenschaften für Schulkinder, bezahlt die Winterschule und organisiert Unterricht auch in umliegenden Dörfern. Mittlerweile kommen auch Erwachsene – auf eigenen Wunsch lernen sie Tibetisch, Englisch und Rechnen.

PS: Weltweitwandern bietet Trekkingreisen an, die durch Lingshed führen (z.B. Der große Zanskartrek), Infos: www.weltweitwandern.at

So können Sie das Projekt unterstützen

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Friends of Lingshed
www.lingshed.org

Hier geht es zu den Weltweitwandern Reisen nach Ladakh:
www.weltweitwandern.com/ladakh

Bericht über den Besuch 2013 von Weltweitwandern- und Schulgründer Christian in Lingshed:

30 Jahre Ladakh: Wiedersehen mit der Solarschule in Lingshed!

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