Feierliche Zeremonie zum Baustart der Kundalinee School

Ein historischer Tag für „Weltweitwandern Wirkt” und alle unsere tollen UnterstützerInnen: Im Rahmen einer großen, bunten Hindu-Zeremonie erfolgte am 1. April der offizielle Baustart der Kundalinee School.

Ein Segen für das Projekt: Baustart für Kundalinee School erfolgt

Kathmandu/Graz – Der Baustart für das bisher größte Schulprojekt des österreichischen Vereins „Weltweitwandern Wirkt!“ ist Anfang April 2017 erfolgt. In der Nähe von Kathmandu werden bald 400 Kinder Bildung erhalten. Der Grazer Architekt Johannes Würzler sorgt für eine professionelle Umsetzung des österreichisch-nepalesischen Bauprojekts.

Auch Johannes Würzler bekam ein buntes Segenszeichen auf die Stirn: Am 1. April ist mit einer feierlichen hinduistischen Zeremonie der offizielle Spatenstich für die Kundalinee School nördlich von Kathmandu erfolgt. Die Dorfbewohner feierten gemeinsam mit Lehrern, Schülern und dem Architekten-Team den Baubeginn der Schule, die 400 Kindern und Jugendlichen aus der Region den Zugang zu moderner Bildung gewähren soll. Der Name Kundalinee bezeichnet in der tantrischen Philosophie die schlummernde Kraft in uns, die durch diese Schule geweckt wird.

„Wir wollen den Menschen in Nepal nicht einfach nur Geld- oder Sachspenden zukommen lassen. Im Gegenteil: Nach dem Motto ‚Bildung statt Almosen‘ wollen wir ihnen dauerhaft neue Lebensperspektiven eröffnen“, sagt Christian Hlade, der Gründer und Vorsitzende von „Weltweitwandern wirkt!“. Kinder und Jugendliche sollen durch den Zugang zu Bildung die Chance bekommen, ihr Leben nach dem Schulabschluss selbst in die Hand zu nehmen.

Bau-ökologisch und didaktisch neue Wege

Für eine von der Planung bis zur Übergabe professionelle Umsetzung des Schulbaus hat „Weltweitwandern Wirkt!“ den Grazer Architekten Johannes Würzler engagiert. „Der Bauplatz befindet sich in sonniger Lage auf einem Hügel“, schwärmt Würzler. „Wir errichten hier eine Schule, die ein Musterprojekt für ökologisch-nachhaltiges Bauen mit örtlichen Materialien und Baumethoden sein soll.“ Die gesamte Anlage umfasst acht Klassengebäude und eine große Sporthalle. Helle Klassenzimmer, einladende Kreativ- und Werkräume und großzügige Grünflächen sollen Rahmenbedingungen bieten, die Lernen zur Freude machen.

Auch in didaktischer Hinsicht sollen neue Wege beschritten werden; offenes, selbstbestimmtes Lernen steht dabei im Zentrum. „Wir erfahren in der Region großen Zuspruch und starke Unterstützung. Die Menschen sehen in der Schule eine echte Zukunftschance für ihre Kinder,“ sagt Günter Hupfer, pädagogischer Leiter & ehrenamtlicher Mitarbeiter von „Weltweitwandern Wirkt!“.

Projekt ist auf Spenden angewiesen

Das groß angelegte Projekt, das schrittweise in vier Phasen umgesetzt werden soll, benötigt noch ordentlich finanziellen Schub: Bis zur völligen Fertigstellung sieht Christian Hlade einen Finanzbedarf von rund einer Million Euro. „Unser Verein ist nach dem Erdbeben in Nepal 2015 durch eine Welle der Spendenbereitschaft von Freunden und Gästen von ,Weltweitwandern´ entstanden,“ erzählt Hlade. „Wenn diese Menschen sehen, wie das Schulprojekt in Nepal wächst und gedeiht, bin ich zuversichtlich, dass sie uns weiterhin vertrauen und mit Spenden unterstützen werden.“

Unser Projekt-Architekt Johannes Würzler hat in diesem Kurzfilm die feierliche Stimmung im Rahmen der hinduistischen Einweihung des Bauplatzes eingefangen. Sehen Sie selbst: https://www.youtube.com/watch?v=zCUjihoVXWQ&feature=youtu.be

 

Erlebnisbericht unseres Projekt-Architekten Johannes Würzler von der Zeremonie

1. April, dennoch kein Scherz, gegen 15 Uhr Nepali Time:

Jetzt ist es endlich soweit. Mit ein wenig Verzögerung, aber noch immer durchaus gut dabei für nepalesische Verhältnisse, konnte der Baustart offiziell auch mit einer Eröffnungsfeier gestartet werden.Hierfür musste ein geeigneter Termin im Nepali Kalender gefunden werden, denn wenn man an falschen Tagen startet kann das unter Umständen negative Energien nach sich ziehen, die Unglück bringen.

Die rund 2 h dauernde Zeremonie wurde von einem Hindupriester geführt.  Musikalische Untermalung gab es von den Kids aus Bottle House. Anwesend waren Projekt-Initiator Suadama Karki und viele federführende Personen rund um das Bauvorhaben Kundalinee School und Happy Bottle House.

Im Hinduismus gibt es fünf Säulen aus denen alles im Leben bzw. auf diesem besteht. Der Priester hat demnach fünf Opfergaben auf fünf Ziegelsteine gelegt und mit verschiedenen Ritualen begleitet. Diese fünf Teile aus denen alles besteht sind „Air“, „Water“, „Earth“, „Light“ und „Ethic“. Jeder der Ziegelsteine ist einem der Säulen gewidmet.Bei der Puja assistiert ein nicht verheiratetes Mädchen, unter 13 Jahre alt, dem Priester. Die Farben die hier verwendet wurden sind den einzelnen Götter zugeschrieben. Am Ende des Rituals sind die fünf Steine mit den Opfergaben in die Baugrube gelegt worden, damit das Land bzw. die Erde die Energien der Götter aufnehmen kann und so den Bauplatz segnet.

Großer Andrang bei der Hindu-Zeremonie zum feierlichen Spatenstich

Der Baustart und die erste Phase des Projekts ist mit Abstand die wichtigste und umso besser, wenn wir dann auch den Segen von oben haben.Hier wird sich auch zeigen, ob die Beteiligten Personen halten was sie versprechen, mich eingeschlossen. Die nächsten Monate werden nicht einfach, aber durchaus spannend. Es werden viele Herausforderungen zu meistern sein, jedoch wächst man dadurch als Team zusammen und lernt vor allem für die nächsten Schritte.

Da wir uns in einem komplett anderen Kulturkreis befinden und es demnach   wetterbedingt und organisatorisch nepalesisch zugehen wird, soll man zumindest gedanklich auf so Einiges gefasst sein um sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, wenn einmal was nicht so läuft wie gefordert/gewünscht. Hier gilt es auch auf kulturelle Eigenheiten Rücksicht zu nehmen, dennoch soll auch der Fortschritt während der Bauphase immer wieder von neuem kontrolliert und in einem vertretbaren Rahmen vorangetrieben werden.

Unser Nepal-Partner und Projekt-Initiator Sudama blickt der Erfüllung seiner Vision mit großer Freude entgegen.

Neben symbolischer Wirkung der Eröffnungsfeier war es auch psychologisch ein wichtiger Schritt für alle Beteiligten – es geht von hier nur noch vorwärts.Schritt für Schritt, der ersten Phase entgegen, flexibel in Bezug auf finanzielle Entwicklung (Spenden) aber auch personell (sollte etwas nicht passen mit den Locals – es wird dennoch versucht ein starkes Team vor Ort auf die Beine zu stellen um in weitere Folge auch für die kommenden Phasen gewappnet zu sein…)

Der Tag der Zeremonie war schwül und dunstig, dennoch mit schönem Blick auf das Dirkung Kagyu Rinchen Ling Kloster südlich vom Baulatz und auf den Shivapuri National Park nördlich und östlich. Nach der Feier gab es ein starkes Unwetter, quasi Segen der Götter. Alle Beteiligten blicken sehr optimistisch in die Zukunft der Kundalinee Schule und können es nicht erwarten Sudamas großen Traum umzusetzen.