Ein Tag in der Dorfschule Hile

Chok, chok! – Lasst uns in die Schule gehen!

Wenn die Sonne frühmorgens über die Spitzen des Himalaya lugt, hat der Tag in Hile schon begonnen. Nach einem kurzen einfachen Frühstück wird zunächst Futter für die Büffel und Ziegen in den großen geflochtenen Körben, den Dogsche, gesammelt. Die älteren Kinder helfen entweder dabei, passen auf die Kleinen auf oder machen sich anderweitig nützlich.

Da die Schule um zehn beginnt und wir immer um neun losmarschieren, heißt es von Sonntag bis Freitag ab dreiviertel neun: „Chok, chok!“ – „Komm! Gemma!“. Apu, die Großmutter, ist schon etwas ungeduldig, weil die Kinder erst die Schuluniformen zusammensuchen müssen. Mama macht schnell allen Mädchen wunderschöne Zöpfe und packt den Kindern noch eine Jause ein.

Um neun Uhr beginnt die Kindergruppe ihren langen Fussmarsch in Richtung Schule.

Während sich die Erwachsenen nach den ersten Arbeitsstunden mit Milchtee und etwas Essen stärken, geht’s für uns los Richtung Schule. Am Weg kommen immer mehr Kinder zusammen, bis sich bei der Schule das Kinderlachen aus den unterschiedlichen Richtungen vereint. Manche von ihnen haben jetzt schon eine dreiviertel Stunde Fußmarsch den Berg herauf oder herunter hinter sich. Trotzdem fliegt der Rucksack beim Ankommen in Richtung Klassentür, um beim laufenden Spiel flink dabei zu sein.

Nach und nach kommen auch die Direktorin Sabitri Khadka und die anderen Lehrer und Lehrerinnen und sperren die Klassenräume auf. Um kurz vor zehn heißt es Aufstellung nehmen für den in Nepal allerorts üblichen Morgen-Apell. Schon schallt es aus den rund sechzig Kindermündern: „Good morning, Sir! Good morning, Miss! Good morning, sister! Good morning, brother!“ Dann wird durchgezählt und die nepalesische Hymne gesungen. Schließlich marschieren alle in die Klassenräume. Nur manche von den Kleinen aus dem Kindergarten werden nochmals zu einer Morgenwäsche zum Brunnen geschickt, bevor es wirklich losgeht.

Der spielerische Englisch-Unterricht zaubert den Kindern ein Lächeln ins Gesicht.

Je nach Stundenplan erfolgt der Unterricht in Nepali: Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften oder Sozialkunde. Von ein bis zwei Uhr nachmittags ist Mittagspause, die zum ausgiebigen Spielen genutzt wird. Die Jause wird manchmal mehr, manchmal weniger freiwillig geteilt – wie das bei uns auch so ist. Dann gibt es nochmal Unterricht bis vier. Ang Riki, Pasang Laki und Maniza warten wie immer bis „Doma Miss“, eine der von „Weltweitwandern Wirkt!“ unterstützten jungen Lehrerinnen, und ich fertig sind, damit wir wieder gemeinsam nach Hause gehen können.

Nachmittags um vier Uhr geht ein langer Schultag für die Kinder zu Ende…

Dort heißt es schnell: Raus aus der Uniform, Hausübung erledigen und sich wieder zu Hause nützlich machen. Gogo, der Großvater, richtet zum Beispiel, nachdem er die Terrassen-Felder mit den Ochsen für die Aussaat vorbereitet hat, noch Bambus für das Flechten neuer Tragekörbe her. Dabei sind die Kinder, wenn noch keine große Hilfe, zumindest willkommene Unterhaltung.

Wenn es ab sieben Uhr abends finster wird, finden sich alle in der Küche um das Feuer ein. Es wird gemeinsam gekocht – und das heißt tatsächlich, dass jeder und jede etwas schneidet, umrührt oder den Teig für die Momos, die Teigtaschen, ausrollt.

Und während das Feuer langsam niederbrennt, werden noch die wichtigsten familiären Dinge besprochen, bis um halb neun alle satt und müde ins Bett fallen.

Abends am Feuer: Die Familie findet sich zusammen und lässt die Ereignisse des Tages Revue passieren.

Bei der Kälte, die hier in der Nacht oft aufzieht, kuscheln sich die Kinder gerne zu Apu unter die Decke. Der Großvater übernachtet draußen bei den Haustieren, um diese nicht an hier noch immer heimische Raubtiere zu verlieren.

Ein Bericht von Sarah Höfler

Mit herzlichem Dank für das Textlektorat an Roswitha Ranz von der Wörterei Ranz – www.wörterei-ranz.at

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