Unsere Voluntärin Daniela in Nepal

Die Österreicherin Daniela Liebethat ist nun schon seit November als Voluntärin in Nepal in der Kundalinee School bzw. dem Kinderheim Happy Bottle Houses und unterstützt dort das von FairStyria geförderte Projekt „Pathways to Self-Dependence“.

Die studierte Medizinethikerin und Informatikerin ist auch Profi im Prozessmanagement und wird so unsere Projekte mit viel Knowhow und einer gehörigen Portion Nächstenliebe begleiten. Über ihre bisherige Zeit in der Kundalinee School bzw. dem Kinderheim sagt sie: Ich bin weggefahren, um anzukommen!“

Wie es der „Wahl-Nepalesin“ in dem kleinen Land mit den großen Bergen geht, ist hier nachzulesen:
„Ich bin mehr bei mir als ich es in den letzten Jahren in Österreich war. Die Nepales*innen und die Art wie sie leben, helfen einem im Moment zu sein und zu leben. Das ist zwar schwierig für die Projektarbeit, die ich mache, da Planungen wirklich langsam vorangehen für unseren europäischen Geschmack, aber so lerne ich, geduldig zu sein und habe gleichzeitig mehr Zeit, mich über die positiven Aspekte zu freuen. Jeder Tag, den ich beginne, birgt so viel Freude, weil ich mit den Kindern zusammen sein darf. Ich weiß das klingt kitschig, aber wenn ich von fünf Kindern in der Früh herzlich umarmt werde, dann hebt das meine Laune. Der ständige Lernprozess, dem ich unterworfen bin, hilft mir auch, mich dauernd selbst zu reflektieren und Muster, die ich gelernt habe, aus unserer Kultur zu hinterfragen.

Die Schwierigkeiten mit denen ich zu kämpfen habe sind kalte Duschen. Es gibt so gut wie nie warmes Wasser, da die Solaranlage im Winter einfach zu wenig Sonne bekommt. Und es hat einige Zeit gedauert bis ich mich an die Kälte in der Nacht gewöhnt habe. Ich schlafe mit zwei Bettdecken, einer Wärmeflasche, Socken, Merinowollhose und langem Nachthemd und wärme mein Bett mit einer Heizdecke eine Stunde vorher auf 🙂 Unter „menschliche Schwierigkeiten“ würde ich den Punkt geben, dass ich mir schwer damit tue, dass Frauen hier noch immer einen anderen Stellenwert haben als Männer. Auch der Unterschied zwischen reich und arm ist extrem: Wenn ich nach Kathmandu fahre, habe ich den Unterschied direkt vor den Augen. Die Menschen, die auf der Straße wohnen unter Wellblechdach und daneben die anderen, die gut gekleidet vorbei spazieren. Das hat man bei uns so nicht. Meetings auszumachen ist eine weitere Schwierigkeit, da kaum jemand pünktlich ist und das auch nicht kommuniziert wird und Personen zwischen 30-90 Minuten zu spät kommen. Damit musste ich am Anfang erst umgehen lernen. Das ist aber auch ein super Punkt, um sich nicht dauernd an anderen zu orientieren, sondern einfach selbst die Punkte durchzuziehen, an denen man gerade arbeitet und abzuwarten was von der anderen Person kommt.

Besondere Begegnungen hatte ich schon einige und ich darf diese Menschen glücklicherweise nun zu meinem Freundeskreis zählen. So manche*r wird schmunzeln und erkennen, dass mein derzeitiger Wohnort und Platz in dieser Welt der Richtige im Moment für mich ist. Hoffentlich bleibt das noch eine Weile so, danke dafür!“

Das ist nur ein Auszug aus Danielas Mail, aber dieser gibt sehr gut wieder, wie wohl sich unsere Voluntärin in ihrem neuen Lebensumfeld fühlt. Wir wünschen Daniela weiterhin eine so bereichernde und erfüllende Zeit in Nepal!