Über Marion Allmer und ihr Projekt „Mwanzo Daycare“ in Arusha/Tansania:
Marion Allmer, aufgewachsen in der Obersteiermark, wusste schon früh, dass sie mit Kindern arbeiten möchte. Nach ihrem Abschluss an der BAKIP Bruck/Mur zog es sie ins Ausland – und so verband sie schließlich ihre Leidenschaft fürs Reisen und ihre Liebe zur Arbeit mit Kindern. Heute engagiert sie sich für zwei Projekte in Tansania: die „Sunshine School“ und die „Mwanzo Daycare“, unser neuestes Bildungsprojekt, das wir begeistert unterstützen. Zusammen mit ihr und unserer lokalen Projektpartnerin Nancy Nashilu wird jetzt der Bau einer neuen Tagesstätte realisiert, um dem wachsenden Bedarf nach Betreuung gerecht zu werden und den Kindern und Frauen echte Zukunftsperspektiven zu bieten.
Wir haben Marion Allmer zum Interview gebeten:
Weltweitwandern Wirkt!: „Marion, du bist ja jetzt schon seit 2022 in Tansania aktiv! Wie hat dein Engagement dort eigentlich begonnen?“
Marion: „Das begann, nachdem ich mit meinem Partner im Van durch Europa gereist bin. Ich hatte mir damit einen großen Traum erfüllt – und trotzdem fehlte mir etwas, das Unterrichen und die Arbeit mit den Kindern. Das brachte mich dazu, sehr spontan, als Freiwillige nach Tansaniazu gehen. In Arusha fühlte ich sofort, dass ich am richtigen Ort angekommen war, um etwas zu bewirken. Als erstes startete ich ein Malprojekt für Schulen in abgelegenen Dörfern und dabei lernte ich Nancy kennen. Sie hat mir nochmal klar gemacht, wie wichtig Bildung für die Kinder und ihre Zukunftschancen ist – und aus unserer Zusammenarbeit entstand dann als erstes die Sunshine School.
Weltweitwandern Wirkt!: „Wie kam es denn dazu, dass du dich genau in dieses Schulprojekt verliebt hast?“
Marion: „Als ich Nancy kennengelernt habe, erzählte sie mir von ihrer Schule, die kurz vor der Schließung stand, weil es an Mitteln fehlte und die Kinder dann keine erreichbare Schule und somit keine Möglichkeit zur Bildung mehr hätten. Mir war schnell klar, dass ich helfen wollte. Also starteten wir einen Spendenaufruf und begannen im Mai 2022 mit dem Bau der ‚Sunshine School‘.“
Weltweitwandern Wirkt!: „Und die Daycare ist dann später auch aus eurer Zusammenarbeit entstanden?“
Marion: „Genau. Nancy erzählte mir von einem neuen Gesetz, das es den Marktfrauen am großen Markt in Arusha verbietet, ihre Kinder nmitzubringen. So stehen die zum Großteil alleinerziehenden Frauen vor der Wahl – entweder gehen sie Arbeiten und ihre Kinder sind allein zuhause oder sie bleiben daheim, haben dann aber kein Einkommen mehr. Der Bedarf nach einer Tagesbetreuung für die Kinder der Marktverkäuferinnen in Arusha war also offensichtlich. Diese Mütter müssen täglich arbeiten und haben niemanden, der ihre Kinder betreut. So entstand die ‚Mwanzo Daycare‘ – im Mai 2022 eröffneten wir die Tagesstätte gemeinsam.“
Weltweitwandern Wirkt!: „Es klingt, als hätte die Daycare für die Mütter eine riesige Bedeutung. Was genau bietet ihr den Kindern dort?“
Marion: „Ja, absolut. Die Mütter verdienen oft nur wenig – viele leben in einfachen Blechhütten und haben kaum das Nötigste. Die Mwanzo Daycare bietet ihren Kindern professionelle Betreuung, Schulbildung auf Englisch und warme Mahlzeiten. Für viele ist das die einzige Chance, eine Schule mit Englischunterricht zu besuchen. Außerdem unterstützen wir bei medizinischen Anliegen und stellen Hygieneartikel bereit.“
Weltweitwandern Wirkt!: „Arbeitest du weiterhin so eng mit Nancy zusammen?“
Marion: „Ja, mit Nancy habe ich wirklich eine Vertraute gefunden, die für unsere Projekte genau so brennt, wie ich es tue. Wir sind nach wie vor beinahe täglich in Kontakt. Sie hält mich ständig am Laufenden, schickt Fotos und die Rechnungen aller Ausgaben. Wir sind ständig dabei, unsere Projekte weiterzuentwickeln und zu optimieren, wobei es mir wichtig ist, dass ich auch regelmäßig vor Ort bin.“
Weltweitwandern Wirkt!: „Also reist du selbst auch noch oft nach Arusha?“
Marion: „Ja, ich reise mittlerweile zweimal im Jahr hin und oft kommen Freund*innen oder Familienmitglieder mit. So ist ein kleines Team entstanden, das die Projekte unterstützt und gemeinsam mit uns weiterträgt.“
Weltweitwandern Wirkt!: „Marion, was ist dir eigentlich persönlich bei deiner Arbeit wichtig?“
Marion: „Ich möchte durch mein Engagement andere motivieren, selbst aktiv zu werden und ihren Weg zu finden. Mein Lebensmotto ist ‚Mit Kleinem Großes bewirken‘, und ich sehe in meiner Arbeit täglich, wie viel kleine Schritte verändern können.
Weltweitwandern Wirkt!: „Was sind denn momentan die größten Herausforderungen?“
Marion: „ Der Platz! Als wir die Mwanzo Daycare gestartete haben, sind wir von 30 Kindern ausgegangen. Nun besuchen doppelt so viele Kinder die Daycare, was zu erheblichen Platzproblemen führt. Wir haben mittlerweile ein Outdoor- Klassenzimmer im Garten errichtet, wo durch die Kinder besser aufgeteilt werden können bei Schönwetter. Jedoch nimmt das Klassenzimmer auch viel Raum im Garten ein und es bleibt nur noch sehr wenig Platz um sich im Freien zu bewegen. Kurz gesagt – wir brauchen mehr Platz! Zudem steigt auch regelmäßig die Miete, wodurch die monatlichen Ausgaben immer höher werden.Dank der Kooperation mit Weltweitwandern ist unsere Zukunftsvision – eine eigene Mwanzo Daycare, mit viel Platz und ohne steigende Miete – jetzt schon näher gerückt.
Weltweitwandern Wirkt!: „Das ist auch einer der Gründe, warum wir uns so für das Projekt einsetzen, denn der Neubau würde die Situation wirklich nachhaltig verbessern.“
Marion: „Absolut! Der Neubau gibt uns den Raum, den wir so dringend brauchen, und sorgt dafür, dass das Projekt weiterwachsen kann. Es geht darum, den Kindern und ihren Müttern langfristig Perspektiven zu schaffen.“
Weltweitwandern Wirkt!: „Und jede Spende an Weltweitwandern Wirkt! fließt direkt in das Projekt und ist auch steuerlich absetzbar, was natürlich auch vielen Spender*innen wichtig ist.“
Marion: „Genau, das erleichtert die Unterstützung sehr. Aber natürlich ist es auch die langjährige Erfahrung mit internationalen Bildungsprojekten, die Weltweitwandern Wirkt! jetzt einbringt, auch das freut mich sehr.
Weltweitwandern Wirkt!: „Und welche Unterstützung benötigt ihr konkret, um den Neubau jetzt weiter voranzutreiben?“
Marion: „Wir brauchen dringend finanzielle Hilfe für den Neubau der Mwanzo Daycare. Jeder Euro hilft uns dabei, die Vision eines eigenen Gebäudes für die Kinder und Mütter zu verwirklichen. So wird unser Traum von einer langfristigen Perspektive für alle möglich.“
Weltweitwandern Wirkt!: „Marion, vielen Dank für diesen Einblick in deine Arbeit! Gibt es eine Botschaft, die du an alle Unterstützer*innen richten möchtest?“
Marion: „Ja, jede Hilfe zählt. Jeder Beitrag hilft uns, die Zukunft der Kinder und Mütter in Arusha Schritt für Schritt zu verbessern.
Wenn Sie für unser Projekt, die Kindertagesstätte in Arusha spenden möchten, kommen Sie hier zum Spendenformular.