Schritt für Schritt: 6 Monate Kooperativenprojekt im Hohen Atlas

(1.4.2026) Sechs Monate nach dem Start unseres Kooperativenprojekts am campus vivant’e im Hohen Atlas wird deutlich: Die gemeinsame Arbeit zeigt erste sichtbare und auch wirtschaftlich wirksame Ergebnisse.

Vom Konzept zur gelebten Praxis

Ein zentrales Element des Projekts ist der geplante Ausstellungs- und Verkaufsraum für Produkte der lokalen Kooperativen. Was ursprünglich im Rahmen der Zusammenarbeit mit Studierenden entwickelt wurde, wird mittlerweile Schritt für Schritt umgesetzt.

Auch wenn noch nicht alles fertiggestellt ist, wird der Raum bereits seit mehreren Monaten provisorisch genutzt und aktiv bespielt. Besonders erfreulich ist für uns, dass bereits in dieser frühen Phase erste Einnahmen generiert werden konnten – sowohl für die beteiligten Kooperativen als auch für den campus vivant’e selbst.

Damit wird ein wesentliches Ziel des Projekts konkret sichtbar: wirtschaftliche Perspektiven vor Ort zu schaffen und die Wertschöpfung in der Region zu halten.

Bauliche Fortschritte am campus vivant’e

Auch infrastrukturell hat sich in den vergangenen Monaten viel getan. Die Bauarbeiten am campus vivant’e sind deutlich vorangeschritten und werden aktuell nach der Winterpause wieder aufgenommen. So entstehen nach und nach die notwendigen Rahmenbedingungen für Schulungen, Austausch und wirtschaftliche Aktivitäten. Schritt für Schritt entwickelt sich ein Ort, an dem Lernen, Produzieren und Vermarkten miteinander verbunden werden.

Intensive Zusammenarbeit mit den Kooperativen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem direkten Austausch mit den Kooperativen im Ait Bouguemez-Tal und darüber hinaus. Neben gemeinsamen Treffen am Campus waren vor allem die zahlreichen Besuche unseres Projektteams in den einzelnen Kooperativen entscheidend. Diese Vor-Ort-Termine ermöglichen ein tiefes Verständnis für Arbeitsweisen, Herausforderungen und Potenziale. Gleichzeitig stärken sie die persönliche Beziehung und das Vertrauen – eine zentrale Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.

Besonders positiv ist, dass sich bereits mehrere Kooperativen aktiv einbringen, eigene Ideen entwickeln und das Projekt engagiert mitgestalten.

Ein wichtiger Schritt: Partizipative Entwicklung eines Kooperativenverbands

Ein Meilenstein der letzten Wochen war ein intensiver Workshop mit der Expertin Helga Mayr von über:morgen. Im Zentrum stand die Frage, wie ein tragfähiger Kooperativenverband entstehen kann. Gemeinsam mit Vertreter*innen der Kooperativen wurde in einem partizipativen Prozess erarbeitet:

  • welche Aufgaben ein solcher Verband übernehmen soll,
  • wie Entscheidungsstrukturen gestaltet werden können,
  • und welche Organisationsform den lokalen Bedürfnissen am besten entspricht.

Dieser Ansatz verfolgt bewusst das Ziel, keine vorgefertigten Modelle zu übertragen, sondern gemeinsam eine Struktur zu entwickeln, die lokal verankert ist und langfristig Bestand hat.

Ausblick

Die vergangenen sechs Monate zeigen deutlich: Das Projekt entwickelt sich dynamisch – getragen von wachsendem Vertrauen, ersten wirtschaftlichen Erfolgen und einer starken Beteiligung der Kooperativen.

Ein besonderer Dank gilt dem Land Vorarlberg, das dieses Projekt durch seine Förderung maßgeblich unterstützt und ermöglicht.

In den kommenden Monaten liegt der Fokus darauf, die aufgebauten Strukturen weiter zu festigen, den Kooperativenverband konkret zu etablieren und die Vermarktungsmöglichkeiten auszubauen.

Der eingeschlagene Weg stimmt alle Beteiligten zuversichtlich: Schritt für Schritt entsteht ein Netzwerk, das lokale Initiativen stärkt und neue Perspektiven für die Region eröffnet.