Community Center Hile

Rund sieben Busstunden und anschließend noch eine dreiviertel Stunde Fußmarsch muss man auf sich nehmen, um das Dorf Hile in der Region Dolakha, nordöstlich von Kathmandu, zu erreichen. Diese Gegend war von den verheerenden Erdbeben im Jahr 2015 besonders betroffen. 2016 haben wir gemeinsam mit unserem Projektleiter vor Ort Sonam Sherpa die Dorfschule wieder neu aufgebaut. Aber was den DorfbewohnerInnen wirklich fehlt, ist ein Ort für gemeinschaftliche Treffen, für Weiterbildungsmöglichkeiten für Groß und Klein und auch ein Platz, um Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umsetzen zu können.

Ein Platz für alle DorfbewohnerInnen

2016 hat unser Verein – in Kooperation mit dem Dorfkomitee der beiden Nachbarortschaften Hile und Nigale – intensiv mit dem Wiederaufbau der Dorfschule angefangen. Das Komitee vertritt die DorfbewohnerInnen gegenüber der Regionalverwaltung und kümmert sich um gemeinschaftliche Weiterentwicklung. Entscheidungen werden zusammen getroffen unter Einbeziehung der gesamten Bevölkerung.

Aus dieser Zusammenarbeit und der fehlenden Infrastruktur für die DorfbewohnerInnen entwickelte sich die Idee, Örtlichkeiten für die gesamte Dorfbevölkerung zu schaffen. Ein Ort für Veranstaltungen und spirituelle Zeremonien, wo mit Hilfe von Weltweitwandern Wirkt! zukünftig auch Bildungsmöglichkeiten und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung integriert werden sollen.

Das Dorfkomitee hat gemeinsam mit unserem Verein unter der lokalen Leitung von Sonam Sherpa folgende Schwerpunkte definiert:

– Qualitativ hochwertige Englischkurse für Schulkinder und Erwachsene

In Nepal entscheiden die staatlichen Zwischenprüfungen darüber, ob Kinder gute höhere Schulen besuchen können. Dafür notwendig sind gute Mathematik-, Nepali- und auch Englischkenntnisse. Da in öffentlichen Dorfschulen das Niveau vor allem bei Englisch nicht ausreichend ist, bleiben diesen Kindern trotz Ausbildung oftmals viele Türen in eine bessere Zukunft versperrt. Daher sollen im Community Center Fördermöglichkeiten im Bereich Englisch-Unterricht geboten werden.

– Unterricht in Sherpa-Sprache und -Kultur für Schulkinder

Auch die traditionelle Sherpa-Sprache und -Kultur soll vermittelt werden, da das in der Regelschule derzeit nicht geschieht, für die Stärkung der kulturellen Identität der Kinder aber enorm wichtig ist.

– Aktivitäten zur Erwachsenenbildung

Immer fragilere Umweltbedingungen stellen Menschen in landwirtschaftlich geprägten Regionen vor große Probleme. Vorträge und Seminare zu den Themen Umweltschutz, landwirtschaftliche Produktion und Gesundheit sind geplant. Die Menschen vor Ort werden für ihre Verantwortung der Umwelt gegenüber sensibilisiert.

– Medizinische Beratung

Ein- bis zweimal pro Monat soll eine medizinische Beratung durch Ärzte und Pflegepersonal aus dem nächstgelegenen Krankenhaus in Jiri durchgeführt werden. Diese Maßnahme erleichtert den Zugang zu Gesundheitsleistungen massiv, da es in räumlicher Nähe keine institutionelle Gesundheitsversorgung gibt.

Projektleiter Sonam bei der feierlichen Eröffnung

Projektverantwortlicher Sonam Sherpa bei der feierlichen Eröffnung des Communiy Center (Foto: Doris Kuhn)

In einem ersten Schritt wurde ein kleines Gebäude, in unmittelbarer Nähe des bereits bestehenden Rohbaues des kleinen buddhisten Zentrums, nach den Anforderungen der aufgezählten Schwerpunkte realisiert: zwei (Unterrichts)Räume und Sanitäreinrichtungen.

Die verwendeten Baumaterialien sind lokal und nachhaltig: Steinmauern im lokalen Baustil, Holzkonstruktion für das Dach, Lehm für den oberen Mauerbereich. Die Inneneinrichtung (Tische, Sitzbänke und Regale) werden vom örtlichen Tischler handgefertigt.

Angekauft werden Whiteboards, Schulmaterial, Bücher für eine kleine Dorfbibliothek und Musikinstrumente.

Das fertige Dorf-Bildungszentrum in Hile

Der fertige Community Center in Hile – jetzt muss es „nur“ mehr eingerichtet werden.

Dank der großartigen Förderung des Landes Steiermark in der Höhe von EUR 10.450,- aus Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit konnten die Bautätigkeiten bereits im Juni 2019 begonnen werden. Die lokale Bevölkerung ist voller Motivation und Freude beim Aufbau dabei. Das Projekt schenkt den Menschen Zuversicht und Vertrauen in ihr Leben in der Region Dolakha.

UPDATE Dezember 2019:

Ein großer Schritt liegt hinter uns: Das Gebäude des neuen Bildungszentrums in Hile wurde fertig gestellt! Die feierliche Eröffnung fand bereits statt und das gesamte Dorf hat sich an den Feierlichkeiten beteiligt. Nun gilt es „nur“ mehr, die Inneneinrichtung zu realisieren. Denn natürlich bedarf es auch an Möbeln, Schreibtischen, technischer Grundausstattung, Unterrichtsmaterialien, etc., um Kurse und Fortbildungen entsprechend abzuhalten.

Sarah Höfler

Sarah wurde 1985 im oberösterreichischen Mühlviertel geboren und studierte an der Universität für Bodenkultur in Wien Landschaftsplanung. Seit 2008 arbeitet sie in einem technischen Büro für Gewässerökologie in Oberösterreich als Projektleiterin. Auslösend für ihr Engagement in Nepal waren eine Trekkingreise in das Annapurna-Gebiet unmittelbar vor den Erdbeben im Jahr 2015 und ein Aufenthalt in Hile im Herbst danach.

Ihre Motivation

„Es erfüllt mich mit unbeschreiblicher Freude und Ruhe, wenn ich nach Hile komme. Die Menschen hier leben in einer vertrauensvollen und wertschätzenden Gemeinschaft und sind bereit, das Wenige, das sie haben, zu teilen. Hier lerne ich Demut, Mut, Mitgefühl und Wertschätzung. Ich bin den Menschen in Hile für jede einzelne Erfahrung sehr dankbar.“

Ihr Kontakt für Fragen zum Projekt: sarah.hoefler@weltweitwandernwirkt.org

Sonam Sherpa

Sonam wurde im Jahr 1983 in den Bergen Nepals geboren und wuchs in Hile auf. Somit besucht auch er schon hier die Volkschule. Sonam hat vier Kinder und ist meistens irgendwo zwischen Kathmandu, einer Trekking-Tour in den Bergen und Hile unterwegs.

Seine Motivation

Sonam ist getragen von der Vision, dass es einem Menschen nur dann gut gehen kann wenn es dem Mitmenschen und der Natur rundherum auch gut geht. Deswegen fließt jede frei Minute, neben seinem Job als Touristen-Guide, in die Verbesserung der Bildung und des sozialen Zusammenhalts in seinem Dorf. Neben dem Schulprojekt, treibt er auch die Errichtung eines buddhistischen Gemeindezentrums voran, in dem die Kultur, das medizinische Wissen und die Sprache der Menschen im Himalaya lebendig gehalten werden soll.

2019

Mai: Unsere Vereinsgeschäftsführerin Martina Handler ist zu Besuch in Nepal. Bei einem Community Meeting werden die Notwendigkeit und mögliche Umsetzung eines Community Centers besprochen. In Folge wird der dafür vorgesehene Baugrund besichtigt.

Juni: Der Spatenstich ist erfolgt und das Fundament steht. Die Bevölkerung beteiligt sich am Aufbau des Rohbaus.

September: Das Gebäude ist fertig! Jetzt folgt der Innenausbau.

Hier finden Sie den Endbericht für die Förderung des Landes Steiermark. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich für die großartige Unterstützung des Landes Steiermark und natürlich auch aller unserer SpenderInnen.

Nepal Hile

Bildungszentrum Hile

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Aktuelle Berichte

Update vom Bildungszentrum aus Hile (Nepal) 28. September 2020 by WWW Wirkt! - Während in ganz Nepal ein strenger Lockdown das Land in „künstlichen Schlaf“ legte, konnte die Dorfgemeinschaft in Hile das Bildungszentrum betreiben. In dieser Region gab es bis jetzt keine Coronafälle und die DorfbewohnerInnen versuchten unter sich zu bleiben, um das Risiko zu minimieren. So konnten die Menschen in Hile trotzdem soziale Aktivitäten, Fortbildungen und Verbesserungen für die Dorfgemeinschaft erleben. Dabei wurde natürlich immer darauf geachtet, dass alle Corona-Maßnahmen (Abstand, Hygiene, etc.) eingehalten wurden.
Persönlichkeiten mit Herz: Eva & Joe Sebesta 18. September 2020 by WWW Wirkt! - „Es gibt keine Garantie, in welchem Land man geboren wird und ob man reich oder arm ist, aber was jeder kann, ist dem anderen Freude zu bereiten und zu helfen. Uns ist bewusst wie privilegiert wir sind und da ist es für uns ein Anliegen, gerade Kinder in ihrer Ausbildung zu unterstützen.“ sagt das Ehepaatr Sebesta über ihre Motivation unsere Bildungsprojekte zu unterstützen.
Lehrerin Pemba Sherpa berichtet aus Hile (Nepal) 15. Juni 2020 by WWW Wirkt! - Erfreuliche Nachrichten gibt es von unserem neuen Bildungszentrum in Hile: Dort gibt es bis jetzt keine Coronafälle und die Dorfgemeinschaften versuchen unter sich zu bleiben und das Risiko zu minimieren. Eines zeigt die COVID19-Pandemie ganz eindrucksvoll: Wir sitzen auf dieser Welt alle in ein und demselben Boot. Egal ob in Marokko, Nepal oder Österreich müssen sich Menschen auf diese Situation einstellen. Auch in Nepal wurde das öffentliche Leben inklusive des gesamten Schulbetriebs heruntergefahren. Die Dorfschule bleibt also bis auf Weiteres geschlossen. Deswegen hat man sich in Hile entschlossen, den Kindern im Bildungszentrum ein verstärktes Angebot zu bieten.
Nepal: Situation weiterhin dramatisch 8. Juni 2020 by WWW Wirkt! - Während in Österreich die meisten Lebensbereiche wieder „hochgefahren“ werden, ist in vielen Ländern die Corona-Situation nach wie vor dramatisch und auch Nepal befindet sich noch in einem kompletten Lockdown.
Bau eines „Community Centers“ für das Sherpadorf Hile in Nepal 18. September 2019 by WWW Wirkt! - Rund sieben Busstunden und anschließend noch eine dreiviertel Stunde Fußmarsch muss man auf sich nehmen, um das Dorf Hile in der Region Dolakha, nordöstlich von Kathmandu, zu erreichen. Diese Gegend war von den verheerenden Erdbeben im Jahr 2015 besonders betroffen.