Unsere Geschäftsführerin berichtet von ihrem Projekt-Besuch in Nepal

(09.03.2026) Unsere Geschäftsführerin Sigrun Palmisano reiste zum ersten Mal nach Nepal, um die langjährigen Partner*innen und Projekte vor Ort zu besuchen. Nach zwei Jahren der Zusammenarbeit aus der Ferne war diese Reise eine besondere Gelegenheit, die Menschen, die Kultur und den Alltag der Kinder im Kinderheim „Happy Bottle Houses“, an der Kundalinee School und im Community Center in Hile hautnah zu erleben. Hier fasst Sigrun für uns zusammen, was sie besonders beeindruckt hat.

Kultur & Alltag
Für mich persönlich war es die allererste Reise nach Südasien – und unglaublich spannend, in die Kultur einzutauchen. Überall begegnen einem Hinduismus und Buddhismus– vom kleinen Altar vor den Gästezimmern neben den Bottle Houses, wo die Mädchen jeden Morgen eine kurze Andacht halten, bis zu den Ritualen und Farben, die den Alltag prägen.

Manches wirkt aus europäischer Perspektive zunächst ungewohnt – zum Beispiel der recht strenge Morgenappell, mit dem jeder Tag an der Kundalinee School beginnt. Gerade solche Erfahrungen helfen aber, den Alltag und die Routinen vor Ort besser zu verstehen.

Die Lage des Kinderheims „Happy Bottle Houses“ und der Kundalinee School ist wunderschön: ruhig, naturnah und von viel Grün umgeben. Trotz der Bautätigkeit der letzten Jahre ist es weit entfernt vom hektischen Treiben Kathmandus, die Luftqualität besser, und momentan blüht überall leuchtendgelber Senf auf den terrassierten Feldern. Die Landschaft ist geprägt von kleinteiliger Landwirtschaft und Hausgärten – und gleich darüber beginnt der Wald, der sich den Berg hinaufzieht, ein großartiger Anblick.

Gebäude & Infrastruktur
Die Kundalinee School ist in den letzten Jahren gewachsen: Die neuen Klassenräume im Neubau werden bereits genutzt, und nun besteht der Wunsch, die zwei schon überdachten Obergeschosse auszubauen. Damit kann endlich das Science Lab eingerichtet und eröffnet werden – finanziert ist es längst durch unsere Adventskalender-Kampagne vom letzten Jahr und die Bestelllisten liegen bereit. Gleichzeitig wird der Wunsch laut, einen Essensraum einzurichten und den Schulgarten zu erweitern, damit in Zukunft alle Kinder ein gesundes Mittagessen in der Schule erhalten.

An der Schule konnte ich auch den erst letztes Jahr fertiggestellten und ausgestatteten Musikraum sehen. Er wird einmal wöchentlich von den eigens angestellten Musiklehrerinnen genutzt. Ulrike, die derzeit als Volontärin vor Ort ist, unterrichtet dort ebenfalls und bringt zusätzliche Impulse ein, setzt neue Akzente und unterstützt die Musiklehrerinnen.

Freizeit & Austausch
Besonders eindrücklich waren die gemeinsamen Abende in den Bottle Houses. Momentan leben dort 27 Kinder aller Altersstufen – von 4 bis 18, bunt gemischt. Es war schön zu sehen, wie sich die Kinder gegenseitig unterstützen und zwischen den Gebäuden hin und herflitzen. Beim gemeinsamen Abendessen, während der Gespräche oder bei einer spontanen Runde UNO entstand schnell eine vertraute Atmosphäre. Fast immer nahm sich Ulrike nach dem Essen noch Zeit, um mit einigen Mädchen Gitarre zu üben – und man konnte sehen, wie aufmerksam und begeistert sie dabei waren. Solche Momente zeigen, wie viel schon kleine zusätzliche Angebote bewirken können. Es wird wichtig sein, hier immer wieder Impulse zu setzen und so sicherzustellen, dass Freude und Spaß im Alltag ihren Platz haben.

Dass all diese Kinder ein sicheres Zuhause haben, die Schule besuchen können und auch in ihrer Freizeit gefördert werden – es war berührend zu sehen, wie hier positive Veränderung möglich wird. Möglich wird all das auch durch unsere Spender*innen – und vor allem die Patinnen und Paten, die unsere Arbeit langfristig unterstützen und damit verlässliche Perspektiven für die Kinder schaffen.

Kommunikation & Ziele
Die Zeit vor Ort war kurz, aber intensiv. Es gab viele wichtige Gespräche – vor allem mit Sony, meiner Hauptansprechperson und Koordinatorin an der Kundalinee School. Auch mit Kebal, dem Direktor der Schule, mit Nilu, die derzeit de facto die Bottle Houses leitet, und natürlich mit Sudama, der als Projektgründer beide Initiativen weiterhin mit großem Engagement begleitet, konnte ich mich gut austauschen. Gemeinsam haben wir Herausforderungen besprochen, neue Pläne entwickelt und die Basis für die weitere Zusammenarbeit gestärkt.

Ein wichtiger Schritt gelang dabei ganz konkret: Aufbauend auf den Standards, die unsere Partner*innen ohnehin bereits umsetzen, haben wir gemeinsam eine Kinderschutzrichtlinie erarbeitet. Sie schafft eine klare Grundlage, um das Wohl der Kinder auch in Zukunft bestmöglich zu sichern.

Eine zentrale Aufgabe für die kommende Zeit wird sein, das Team in den Bottle Houses wieder zu vervollständigen – John Mary und Dali haben eine spürbare Lücke hinterlassen.

Projekt-Besuch im Community Center in Hile

Den Abschluss meiner Reise bildete die Fahrt nach Hile: Holprig und lang, aber absolut lohnenswert. Das Dorf liegt abgelegen und ruhig, umgeben von beeindruckenden Bergpanoramen. Das Community Center Hile unterstützt dort den Erhalt der Sherpa-Kultur und den Zusammenhalt im Dorf. Nebenan entstand aus Initiative der Dorfgemeinschaft ein Kloster, das Treffpunkt und Koordinationsort ist. Aber vor allem die Kinder erhalten am Community Center die notwendige Unterstützung beim Lernen, haben die Möglichkeit, gemeinsam zu spielen und bekommen jeden Tag ein gesundes, warmes Frühstück bevor sie zur Dorfschule aufbrechen – während ihre Eltern schon längst auf den Feldern oder bei den Tieren sind.  Auch hier ist derzeit die Suche nach Personal dringend – es braucht eine zweite Lehrkraft für die kleineren Kinder, um ihr Lernen optimal zu begleiten.

Begegnungen & Entwicklung
Diese Reise hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, Projekte regelmäßig mit eigenen Augen zu sehen. Gespräche vor Ort, gemeinsame Zeit mit den Kindern und der direkte Austausch mit unseren Partner*innen schaffen ein Verständnis, das aus der Distanz gar nicht möglich ist. Gleichzeitig entstehen genau aus diesen Begegnungen neue Ideen und konkrete nächste Schritte für die Weiterentwicklung unserer gemeinsamen Arbeit – und das Vertrauen, das es als Basis für diese Zusammenarbeit braucht.

Kinder begleiten & Perspektiven ermöglichen:

Jetzt Patenschaft übernehmen!

Mit unseren Patenschaften unterstützen Sie Kinder dort, wo gute Bildung keine Selbstverständlichkeit ist. Gemeinsam mit unseren Partner*innen vor Ort begleiten wir Bildungsprojekte langfristig – etwa im Kinderheim „Happy Bottle Houses“, an der Kundalinee School, in Hile oder in einem unserer anderen Projektländer.

Helfen Sie mit, stabile Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.